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Noten für Kinderlieder

Die Musikpiraten haben eine neue Aktion gestartet: Sie wollen möglichst alle Kinderbetreuungseinrichtungen in Deutschland mit einem Liederbuch ausstatten. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die GEMA im Auftrag der VG Musikedition den Einrichtungen einen gebührenbehafteten Lizenzvertrag für das Kopieren von Noten für Kinderlieder anbietet. Dies hat einige Verunsicherung ausgelöst. Dem wollen die Musikpiraten abhelfen, indem sie ein Liederbuch mit gemeinfreien Kinderliedern erstellen. Die Noten sollen neu gesetzt werden, um sicher alle Ansprüche zu vermeiden. Von diesem Liederbuch sollen möglichst viele Exemplare gedruckt und an die Erzieher verteilt werden.

Wer helfen will kann dies natürlich tun. Die Musikpiraten bitten um Spenden (damit mehr Exemplare der Bücher gedruckt werden können), um Hilfe beim Setzen der Noten und um Freiwillige, die mithelfen die Verteilung der Bücher zu organisieren. Näheres sollte man direkt in ihrer Ankündigung nachlesen.

Rückkehr der Kopisten?

Im Mittelalter wurden Bücher verbreitet, indem – üblicherweise in Klostern von Mönchen – diese Bücher in mühevoller Handarbeit abgeschrieben wurden. Dieser krisensichere Arbeitsplatz für Hochqualifizierte nennt sich Kopist. Mit dem Aufkommen des Buchdrucks wurden die Kopisten überflüssig.

Wissen steht dank dem Buchdruck und neuerdings modernen Kommunikationsmitteln wie dem Internet in großer Menge, schnell und ohne große Barrieren zur Verfügung. Aber die Verlage – deren gesellschaftliche Aufgabe es ja auch ist, Wissen den Menschen zugänglich zu machen – haben Angst um ihre Gewinne. Daher werden zunehmend Einschränkungen üblich.

So an der Technischen Universität Darmstadt. Dort dürfen die Studenten in der Universitätsbibliothek auf digitalisierte Bücher zugreifen. Allerdings ist dieser Zugriff auf spezielle Terminals der Bibliothek beschränkt. Es durften davon auch nur einzelne Seiten gedruckt werden. Ganz im Gegensatz zu den gedruckten Büchern, die oft in größeren Teilen abkopiert werden, wenn Studenten den Inhalt für ihr Studium benötigen.

Aber selbst dieser eingeschränkte Zugriff auf ihre Werke war einem Verlag zuviel. Er klagte und bekam vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main Recht. Nun dürfen keine Ausdrucke der digitalen Werke mehr erstellt werden. Sollen die Studenten also in Zukunft von den Terminals abschreiben? Dies ist sicherlich der allgemeinen Studiendauer sehr förderlich.

Dies ist natürlich ein immenser Rückschritt für die Akkumulation von Wissen. Umso mehr wird es erforderlich Open-Access-Publikationen zu fördern. Hierbei geht es darum, dass wissenschaftliche Arbeiten auch kostenlos zugänglich gemacht werden sollen. Werke unter Open-Access könnten damit in Zukunft eine Alternative für die durch solche Restriktionen immer unzugänglicheren Schriften darstellen.

Letztens habe ich auf eine E-Petition zur Förderung von Open-Access hingewiesen. Aus dem aktuellen Anlass erneuere ich daher meinen Aufruf diese mitzuzeichnen. Die Petition steht bei derzeit 18.000 Mitzeichnern und läuft noch bis zum 22. Dezember.

(via Gulli, Golem und Heise)

Mehr zur Open-Access-Petition

Ich habe ja von der E-Petition für Open-Access berichtet. Diese hat recht guten Zuspruch, bis jetzt wurde sie von mehr als 7500 Bürgern mitgezeichnet. Weitere Mitzeichner sind natürlich erwünscht.

Wie Golem berichtet wird die Petition durch das Aktionsbündnis ,,Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ unterstützt.

Was geht in der Bildung?

Noch mehr E-Petitionen. Diesmal wird der Bundestag dazu aufgerufen, 15% des BIP in die Bildung zu investieren. In diesem Blogbeitrag wird eine nähere Erklärung und Begründung für diesen Vorstoß geliefert.

15% sind eine Menge, ich persönlich wäre schon froh über die von manchen Parteien versprochenen 10%. Vorerst bleibt dies jedoch angesichts der Haushaltslage ein Traum.

Ähnlich negativ sieht das Telepolis, der Autor Thorsten Stegemann vermutet, dass Bildung in den nächsten Jahren keine politische Priorität haben wird. Und dies obwohl eine Verbesserung der Bildungssituation dringend notwendig wäre.