Kurzinfo zu Japan-Unglück (2. Update)

Ich möchte einige Worte zu dem Unglück in Japan verlieren. Zuerst: Dort fand eine gigantische Naturkatastrophe statt. Wahrscheinlich haben etwa 10.000 Menschen ihr leben verloren, mehr als 100.000 Menschen sind obdachlos geworden. Die Städte Minamisanriku und Rikuzentakata wurden durch den Tsunami weitgehend zerstört. Die betroffenen Menschen in Japan haben unser Mitgefühl verdient.

Die Probleme im AKW Fukushima haben kurzfristig gesehen wahrscheinlich geringere Auswirkungen, langfristig wird es jedoch das größere Problem für Japan darstellen. Unsere Berichterstattung fokussiert sich darauf, da es zur Atomausstiegsdebatte in Deutschland passt.

Das genaue Ausmaß des Störfalls in Fukushima lässt sich aber wahrscheinlich erst in einigen Wochen einschätzen. Ich verweise derzeit am Besten auf die sehr gute Linksammlung von Opalkatze. Dort werden sowohl Informationen, als auch Meinungen gut wiedergegeben.

Sinnvoll sind an dieser Stelle Spenden für die Opfer der Katastrophe und den Wiederaufbau: DRK, Caritas und ADH.

An zweiter Stelle steht sicherlich die politische Aktivität gegen Kernkraft in Deutschland, die unabhängig von den Ereignissen in Japan sinnvoll ist. Allerdings können zur Zeit Aktionen eine gewisse Aufmerksamkeit auf sich ziehen, weshalb es gleich zwei Online-Petitionen gibt: bei Campact und Open Petition. Nachtrag: Jetzt gibt es noch eine Petition, die im Petitionssystem des Bundestags angemeldet ist und in den nächsten Tagen freigeschaltet werden sollte. Es kann aber bereits im Vorfeld schriftlich mitgezeichnet werden.

Und noch ein Satz zur Aussage, man dürfe die Betroffenheit über das Unglück in Japan nicht für den Wahlkampf ausnutzen. Das Gegenteil ist der Fall. Wer aus solchen Ereignissen keine Lehren zieht handelt unverantwortlich. Man muss über die Ereignisse reflektieren und die Erkenntnisse in den Wahlkampf einbauen, damit der Wähler über die zukünftige Ausrichtung im Lichte der Ereignisse entscheiden kann. Dumm nur, dass die nächsten Wahlen direkt vor der Tür stehen und damit nicht viel Zeit zur Reflektion bleibt. Allerdings reagieren alle großen Parteien auf die Ereignisse. Die Regierungsparteien haben das Moratorium für die Laufzeitverlängerung verhängt, die Opposition verweist auf ihre bestehenden Positionen oder erweitert sie sogar (wie die Grünen, die nun die direkte Abschaltung der Meiler im Fukushima-Alter fordern). Deshalb kann ich keiner Partei in dieser Situation einen Vorwurf machen, wogegen der obige Vorwurf auf alle großen Parteien angewendet werden kann.

Ergänzungen: Noch zwei Links mit Erklärungen wie Reaktoren des Typs Fukushima funktionieren (Kommentare lesen lohnt sich durchaus) und wie man die gemessenen Werte an Strahlung zu interpretieren hat. Und noch eine Erläuterung zu untauglichen Argumenten.