Zukunft im Weltraum?

Der bekannte Physiker Stephen Hawking hat in einem Interview (in Englisch) vorgeschlagen, die Menschen sollten sich im Weltraum ausbreiten, um die Gefahr der Vernichtung der Menschheit zu minimieren. Dieser Vorschlag mag natürlich weltfremd und fern jeglicher erlebter Realität vorkommen – und ist es irgendwie auch. Tatsächlich plagen uns weitaus naheliegendere Probleme, wie Arbeitslosigkeit, Armut, Klimawandel oder ähnliches.

Dennoch sollte man diese Idee nicht einfach so vom Tisch wischen. Realistisch betrachtet ist die Besiedlung des Weltraums kein Projekt für die nächsten 10 Jahre. Wenden wir uns aber zu stark von der Raumfahrt ab, dann stagniert die Technologie – und auch in 10 Jahren sind wir von der Besiedlung des Weltraums genauso weit entfernt wie heute. Und auch dann wird es naheliegendere Probleme geben, um der Raumfahrt niedrige Priorität zu geben. Die Gefahr liegt darin, dass der Fortschritt in der Raumfahrttechnologie so lange hinten angestellt wird, bis wir uns einem realen Problem gegenübersehen, welches die Erde bedroht. Wir sollten Hawkings Aussagen daher als Ansporn verstehen, trotz aller tagesaktuellen Probleme auch in Zukunft die Raumfahrt zu fördern.

Und ich denke das ist sinnvoll. Durch schrittweise Fortentwicklung der Technologie könnten wir irgendwann den Punkt erreichen, wo eine Besiedlung des Weltraums kein unrealistischer Traum mehr ist. Tatsächlich ist die Zeit günstig. In den letzten Jahren wieder mehr Bewegung in der Raumfahrt. Und nicht nur die Staaten beschäftigen sich damit, inzwischen ist dies auch ein Thema für private Initiativen. Durch den Ansari X-Prize wurde die private Raumfahrttechnologie erheblich vorangebracht. Derzeit läuft mit dem Lunar X-Prize der nächste Wettbewerb, der hier Fortschritte erbringen soll. All dies stimmt positiv für die Entwicklung der Raumfahrt. Nehmen wir also Hawkings Vorschlag als Ansporn, diese Bemühungen fortzuführen. Ich denke auch die Politik (auch die europäische) sollte sich in dem Bereich stärker engagieren.

Einige könnten meinen, dass die langfristige Vision den Weltraum zu besiedeln zu schlechterem Umgang mit unserem Planeten führen könnte – nach dem Motto: ist die Erde kaputt, siedeln wir um zur nächsten Welt. Ich glaube diese Gefahr besteht kaum. Immerhin kippen wir auch keinen Giftmüll in unser Grundwasser (zumindest versuchen wir es zu vermeiden), nur weil wir alle ja nach Kanada umsiedeln könnten.

(via Golem)