Politischer Wandel folgt gesellschaftlichem Wandel

Adrian Lang schreibt in seinem Blog über den neutralen Staat – oder eben nicht. Seine These ist, dass der Staat eben nicht versucht neutral zu agieren oder versuchen sollte neutral zu agieren, sondern geleitet ist von einem gesellschaftlichen Konsens. Adrian bringt als Beispiel das Frauenwahlrecht. Das heutige Wahlrecht ist nicht neutraler als das, welches die Frauen unberücksichtigt ließ – nur hat sich der gesellschaftliche Konsens zur Stellung der Frau geändert.

Ich stimme dieser Aussage zu und gehe sogar noch weiter: Es wird gerade in modernen Demokratien nur äußerst selten Entscheidungen gegen den gesellschaftlichen Konsens geben. Denn auch die politischen Entscheidungsträger wollen wiedergewählt werden.

Daraus entsteht eine wichtige Folgerung: Wer politischen Wandel möchte, der sollte versuchen einen entsprechenden gesellschaftlichen Wandel auszulösen. Dies kann im Kleinen beginnen, auch Familie und Freunde gehören zur Gesellschaft. Wenn man diese durch Argumente von seiner Position überzeugen kann, dann hat schon den Keim für weitere Fortschritte gelegt. Letztendlich sind aber auch Parteien Teilnehmer an der politischen Meinungsbildung. Es ist auch ihre Aufgabe politische Positionen zu vertreten und argumentativ zu verbreiten. Aber natürlich ist hier auch die Möglichkeit außerparlamentarisch Politik zu betreiben. Und dies kann jeder Einzelne tun. Diese Chance sollte man sich nicht entgehen lassen.