Archiv für November 2009

Mehr zur Open-Access-Petition

Ich habe ja von der E-Petition für Open-Access berichtet. Diese hat recht guten Zuspruch, bis jetzt wurde sie von mehr als 7500 Bürgern mitgezeichnet. Weitere Mitzeichner sind natürlich erwünscht.

Wie Golem berichtet wird die Petition durch das Aktionsbündnis ,,Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ unterstützt.

Softwarepatente unter Prüfung

Wie Heise berichtet, werden Softwarepatente in den USA gerichtlich überprüft. In einer mündlichen Verhandlung des Supreme Courts (oberster Gerichtshof) zum Fall des Programmierers Bernard Bilski wurden viele theoretische Szenarien durchgespielt, beispielsweise ob eine Methode für Speed-Dating nach den Argumenten schutzwürdig sei. Bilski möchte Monopolschutz auf ein Verfahren beanspruchen, welches aus Faktoren wie dem Wetter Vorhersagen für die Verbrauchernachfrage nach Gütern wie Energie vorhersagen möchte. Dieses Patent wurde zurückgewiesen und geht nun durch die gerichtlichen Instanzen. Die kritischen Nachfragen der Richter zeigen, dass dieses Patent wahrscheinlich eher schlechte Chancen hat.

Ein anderer Fall sieht dagegen positiver für die Befürworter von Software- und Verfahrenspatenten aus. Die Technische Beschwerdekammer beim Europäischen Patentamt hat ein Patent von Amazon auf Geschenkbestellungen über das Internet wieder in Kraft gesetzt. Das Patent war 2007 außer Kraft gesetzt worden. Rechtzeitig vor dem lukrativen Weihnachtsgeschäft kann Amazon sich nun wieder auf dieses Patent stützen.

Ergänzung: Microsoft hat jetzt auch ein grandioses Patent erhalten. Danach halten sie Monopolrechte auf folgenden Vorgang: wenn eine Aktion im Kontext des aktuellen Benutzers aufgrund mangelnder Rechte nicht ausgeführt werden kann, dann werden dem Anwender berechtigte Benutzer präsentiert, der Anwender loggt sich ein und kann die Aktion im Kontext des anderen Nutzers ausführen. Dies gibt es so oder so ähnlich schon sehr häufig. Sehr innovativ, Microsoft.

Wikipedia: Und sie bewegt sich doch!

Nachdem ich mit so schlechtem Gefühl über den Reformwillen der Wikipedianer aus der Podiumsdiskussion über die Zukunft der Wikipedia passiert nun doch etwas. Auf der Diskussionsseite Zukunft der Wikipedia II ist tatsächlich eine konstruktive Debatte entstanden.

Beispielsweise gab es den guten Vorschlag, dass Sichter (angemeldete Benutzer mit einigen Edits) auch gelöschte Artikel sehen können sollen. Auch die Relevanzkriterien werden diskutiert. Und die Frage, wie man Nutzer der Wikipedia an einigen Entscheidungen mehr beteiligen könnte. Schaut selbst hinein und macht weitere konstruktive Vorschläge.

Vielleicht besteht also doch noch tatsächlich Hoffnung auf eine Reform der Wikipedia aus sich selbst heraus.

E-Petition für Open Access

Derzeit läuft eine elektronische Petition für den Bundestag, die fordert Ergebnisse öffentlich geförderter Forschung auch in öffentlich kostenlos zugänglichen Medien zu veröffentlichen. Der Fachbegriff für diese Veröffentlichungsart ist Open Access. (via Netzpolitik)

Dies ist aus mehreren Gründen nützlich. Zum einen ist es schwer verständlich, wieso die Ergebnisse von Fördergeldern auch noch kommerziell genutzt werden sollten. Bei privat finanzierter Forschung mag die Veröffentlichungsart dem Forscher und dem Förderer offenstehen, wenn Steuergelder in die Forschung investiert wurden sollte jedoch auch die Öffentlichkeit daran teilhaben.

Zudem profitiert die Forschung selbst wieder davon. Diese beginnt nämlich heutzutage nicht im luftleeren Raum, sondern baut auf vorhergehenden Ergebnissen auf. Da zudem Universitäten und Forschungseinrichtungen unter Mittelknappheit Kürzungen vornehmen sind die teuren Journals so manches Mal nicht in der eigenen Bibliothek verfügbar. Der Fortschritt wird damit gehemmt.

Auch eine Prüfung des Ergebnisses wird erschwert. Normalerweise findet eine kritische wissenschaftliche Prüfung dadurch statt, indem andere Wissenschaftler desselben Fachgebiets die Ergebnisse zu reproduzieren suchen oder die Methodik analysieren. Hat jedoch nur ein Teil der Wissenschaftsgemeinde Zugriff auf die Arbeiten, dann wird auch diese Prüfung verzögert.

Murdoch will Newsaggregatoren ausschließen

Der vielfache Besitzer von Nachrichten- und Unterhaltungsfirmen Rupert Murdoch möchte Newsaggregatoren von den Webseiten seiner Nachrichtenmagazine ausschließen. Stattdessen setzt er darauf, Inhalte nur noch gegen Bezahlung anzubieten.

Ich denke nicht, dass ein solcher Schritt kostenlos verfügbare Inhalte im Internet schlechter oder knapper machen würde. Vielmehr bietet dies eine gute Chance für Bürgerjournalisten sich mangels der Konkurrenz besser zu entfalten. Blogger mit hohem journalistischen Anspruch sollten daher Murdoch in dieser Entscheidung unterstützen.

Und Nachrichtenaggregatoren wie Google News haben unter den Bloggern und anderen Nachrichtenmedien auch weiterhin genug Auswahl, um ein umfassendes Angebot zu machen.